Laubheuschrecken in Gärten und Obstgärten
Heuschrecken sind Insekten, die Blättern täuschend ähnlich sehen und in ihrer natürlichen Umgebung oft unbemerkt bleiben. Unter bestimmten Bedingungen können sie jedoch Obstbäumen und Jungpflanzen schaden. Obwohl die meisten Heuschreckenarten nicht als ernsthafte Schädlinge gelten, können einige – wie die Gabelschwanz-Heuschrecke – Zitrus-, Steinobst-, Heidelbeer- und Birnbäumen schaden, indem sie junge Früchte und zarte Blätter fressen. Dieser Leitfaden erklärt, wie man Heuschrecken erkennt, ihren Lebenszyklus versteht, den verursachten Schaden einschätzt und gegebenenfalls wirksame Bekämpfungsmaßnahmen ergreift.
1. Was sind Laubheuschrecken?
Laubheuschrecken (Familie Tettigoniidae) sind eng mit den Heuschrecken verwandt. Sie sind bekannt für ihre Tarnung: Die meisten Laubheuschrecken haben grüne, blattartige Körper, wodurch sie im Laubwerk schwer zu entdecken sind. Einige Arten sind braun oder hellbraun gefärbt und verschmelzen so mit holzigen Stängeln und Rinden.
In Gärten, Obstgärten und Parkanlagen können Sie folgende Arten antreffen:
- Gabelschwanz-Buschgrille (Scudderia furcata) – eine Art, die hauptsächlich Früchte schädigt
- Hornflügelgrille (Microcentrum retinerve)
- Breitflügelgrille (Microcentrum rhombifolium)
Hauptmerkmale der Heuschrecken:
- Lange, schlanke Antennen (in der Regel länger als der Körper)
- Grüne oder braune Körperfarbe
- Ausgewachsene Tiere sind geflügelt; Larven sind flügellos.
- Die Eier können auf Blättern, Zweigen oder Stängeln abgelegt werden – in ein- oder zweireihigen Anordnungen.
2. Lebenszyklus der Laubheuschrecke
Heuschrecken durchlaufen eine unvollständige Metamorphose: Ei → Nymphe → adultes Tier. Die meisten Arten überwintern als Eier, aus denen im Frühling oder Frühsommer die Larven schlüpfen. Die adulten Tiere schlüpfen im Spätsommer oder Frühherbst, legen neue Eier und sterben dann vor Wintereinbruch.
- Gabelschwanz-Buschgrille: Kann in warmen Regionen eine zweite Generation hervorbringen
- Horngrille und Breitflügelgrille: eine Generation pro Jahr
Die Larven ernähren sich von Blättern und Früchten; die ausgewachsenen Tiere fressen und vermehren sich auch im Sommer.
3. Welche Schäden verursachen Laubheuschrecken?
Laubheuschrecken nagen Löcher in Blätter, meist beginnend am Blattrand. Da sie jedoch in der Regel nur oberflächlich fressen, bevor sie sich einem anderen Ziel zuwenden, ist der Schaden meist gering. An Obstbäumen können die Fraßspuren jedoch deutlicher sichtbar sein.
- Die Larven der Gabelschwanz-Buschgrille ernähren sich von zarten Zitrusfrüchten, Heidelbeeren, Birnen und Steinobst.
- Ihre Bissspuren heilen normalerweise ab, hinterlassen aber eingesunkene, korkige Narben auf reifen Früchten.
- In einigen Fällen können die Früchte ihre Form verlieren oder vorzeitig abfallen.
Da sie immer nur einen kleinen Bissen nehmen, bevor sie sich der nächsten Frucht zuwenden, können bereits wenige Heuschrecken eine erstaunliche Anzahl von Früchten befallen.
4. Sind Laubheuschrecken so schädlich, dass eine Bekämpfung gerechtfertigt ist?
In den meisten Gärten und Obstplantagen sind die Schäden durch Heuschrecken rein kosmetischer Natur und geringfügig. Die innere Qualität der Früchte wird in der Regel nicht beeinträchtigt. Sofern die Fraßschäden keine erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen haben – beispielsweise im kommerziellen Heidelbeeranbau – ist eine routinemäßige chemische Bekämpfung nicht erforderlich.
Betrachten Sie die folgenden einfachen, nicht-chemischen Methoden:
- Fangen und entfernen Sie sie von Hand am frühen Morgen, wenn die Aktivität der Grillen am geringsten ist.
- Nutzen Sie Gartenleuchten in der Nacht, um die Aktivität von ausgewachsenen Tieren zu erkennen.
- Wenn in den Vorjahren schwere Schäden aufgetreten sind, sollten die Bewegungen der Larven nach dem Abfallen der Blütenblätter beobachtet werden.
5. Chemische Bekämpfung: Bei Bedarf
Falls die Heuschrecken in den letzten Jahren erhebliche Schäden verursacht haben, können gezielte Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden, nachdem die Blütenblätter abgefallen sind und solange die Früchte noch klein und zerbrechlich sind.
Empfohlener Wirkstoff: Spinosad
Spinosad Es handelt sich um ein natürlich gewonnenes Insektizid, das gegen beißende Schädlinge wie Heuschrecken wirksam ist. Die höchste Wirksamkeit erzielt es bei Anwendung im frühen Nymphenstadium.
Für bessere Bekämpfungsergebnisse kann Spinosad mit Gartenbauöl gemischt werden, um die Abdeckung und die Langzeitwirkung zu verbessern.
Spinosad darf während der Blütezeit nicht versprüht werden – das Produkt ist in den ersten Stunden nach der Anwendung giftig für Bienen und Nützlinge.
Beachten Sie unbedingt die Anweisungen auf dem Etikett und die Sicherheitsvorkehrungen, insbesondere wenn die Früchte zum Verzehr bestimmt sind.
| Problem | Software Empfehlungen |
|---|---|
| Leichtes Blattkauen | Keine Behandlung nötig |
| Kleinere Narbenbildung an den Früchten | Überwachen und ggf. manuell entfernen |
| Kommerzieller Obstanbau | Wenden Sie Spinosad nach dem Abfallen der Blütenblätter an, wenn der Schaden die Schwellenwerte überschreitet |
| Nachhaltige Landwirtschaft | Nutzen Sie frühmorgendliche Erkundungen und integriertes Schädlingsmanagement |
Wenn Sie Obstbäume in unterschiedlichen Klimazonen oder Regionen anbauen, können Zeitpunkt und Auswirkungen des Grillenbefalls variieren. Bitte wenden Sie sich an Ihren örtlichen Berater oder die landwirtschaftliche Beratungsstelle, um diese Anleitung an Ihr Anbaugebiet anzupassen.
Für Händler von Pflanzenschutzmitteln oder landwirtschaftliche Versorgungsnetze: Bitte erwägen Sie, Produkte mit Spinosad als Wirkstoff im Frühsommer vorrätig zu halten, insbesondere in Gebieten, in denen Heuschrecken häufig vorkommen.
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